Das Limitless Pendant war eines der ersten KI-Wearables, das Gespräche im Alltag mitschnitt und daraus durchsuchbare Notizen machte. Für Interessenten in Deutschland ist die Lage 2026 eindeutig. Das Gerät wird nicht mehr verkauft. Der zugehörige Dienst wurde für die Europäische Union eingestellt. Wer ein tragbares KI-Notizgerät sucht, braucht deshalb eine Alternative, die hier verfügbar bleibt und die deutschen Anforderungen an Datenschutz und Einwilligung erfüllt.
Dieser Artikel ordnet ein, was das Pendant leistete und was aus dem Produkt geworden ist. Danach folgen die Rechtslage in Deutschland und die Kriterien für einen Ersatz.
Limitless Pendant ist eingestellt und in der EU abgeschaltet
Meta hat Limitless am 5. Dezember 2025 übernommen. Der Verkauf des Pendant an Neukunden endete mit der Bekanntgabe. Bestandskunden außerhalb der abgeschalteten Regionen wurden ohne Abogebühr auf den unbegrenzten Tarif umgestellt, mit einer Support-Zusage von mindestens einem weiteren Jahr.
Für Nutzer in Deutschland kam eine zweite Entscheidung hinzu. Der Limitless-Dienst wurde in der Europäischen Union, im Vereinigten Königreich sowie in mehreren weiteren Märkten eingestellt. Betroffene hatten bis zum 19. Dezember 2025 Zeit, ihre Transkripte und Kontodaten zu exportieren. Danach wurden Konten und zugehörige Daten gelöscht. Parallel wurde die Rewind-Anwendung für den Desktop abgekündigt.
Damit gilt für den deutschen Markt: Ein Kauf ist nicht möglich, und selbst ein importiertes Gerät hätte keinen aktiven Dienst hinter sich. Angebote auf Marktplätzen oder in Kleinanzeigen ändern daran nichts, weil der Wert des Geräts an der Cloud-Verarbeitung hängt.
Zeitleiste: vom Rewind-Nachfolger zur Einstellung
Die Entwicklung lässt sich in vier Schritten zusammenfassen.
- 2023 bis 2024: Das Team hinter der Desktop-Anwendung Rewind benennt sich in Limitless um und stellt auf tragbare KI-Geräte um. Das Pendant startet zum Einstiegspreis von 99 US-Dollar.
- 2024 bis 2025: Das Pendant wird zum bekanntesten Gerät seiner Kategorie. Eine Reihe von Wettbewerbern tritt an, unter anderem aus dem Umfeld von Amazon.
- 5. Dezember 2025: Meta übernimmt Limitless. Das Team wechselt zu Reality Labs, dem Bereich für Brillen und andere Wearables. Der Hardware-Verkauf endet.
- 19. Dezember 2025: Aufnahme- und Bildschirmfunktionen von Rewind werden abgeschaltet. In der EU und in weiteren Märkten endet der Dienst, Daten werden nach Ablauf der Exportfrist gelöscht.
Wer die Vorgeschichte im Original nachlesen möchte, findet die Meldung zur Übernahme bei TechInformed.
Was das Gerät konnte und wo es an Grenzen stieß
Das Pendant war ein kleiner Anhänger mit Mikrofon, der magnetisch an der Kleidung hielt oder an einem Band getragen wurde. Es zeichnete Umgebungsgespräche auf und übergab sie an eine Anwendung für macOS, iOS und Web, die Transkripte, Zusammenfassungen und eine durchsuchbare Ablage erzeugte. Statt Protokolle zu lesen, konnten Nutzer Fragen an die Ablage stellen. 
Drei Punkte wurden in Erfahrungsberichten regelmäßig gelobt:
- Passives Erfassen. Das Gerät lief den Arbeitstag über, ohne dass ein Bildschirm entsperrt oder eine Anwendung geöffnet werden musste.
- Zusammenfassungen statt Rohtext. Die Auswertung lieferte Aufgaben und Entscheidungen, nicht nur ein Wortprotokoll.
- Ein Einwilligungsmodus. Ein akustisches Signal und eine Bestätigungslogik sollten sicherstellen, dass Anwesende der Aufnahme zustimmen.
Ebenso regelmäßig genannt wurden die Schwächen: Die Zuordnung einzelner Sprecher blieb in größeren Runden ungenau, und der Nutzen sank deutlich, wenn jemand nur wenige Gespräche pro Woche führte. Hinzu kam die Abhängigkeit von einem Abo, dessen Preis oberhalb reiner Transkriptionsdienste lag.
Der Punkt, der 2026 am meisten wiegt, ist ein anderer. Ein Gerät, dessen gesamte Auswertung in einer Cloud läuft, ist nur so beständig wie der Anbieter dahinter. Genau dieses Risiko hat sich hier gezeigt.
Was Bestandsbesitzer in Deutschland jetzt tun sollten
Wenn Sie das Pendant vor der Abschaltung genutzt haben, sind Ihre Daten in der EU bereits gelöscht worden. Die Exportfrist endete im Dezember 2025. Prüfen Sie in diesem Fall drei Dinge:
- Lokale Sicherungen. Sehen Sie nach, ob Sie Transkripte in andere Systeme exportiert haben, etwa in Notizanwendungen, ein Dokumentenlaufwerk oder ein E-Mail-Postfach.
- Laufende Abbuchungen. Kontrollieren Sie, ob ein Abo über App Store, Google Play oder Kreditkarte noch aktiv ist, und beenden Sie es gegebenenfalls.
- Ersatzlösung mit lokalem Speicher. Wählen Sie beim nächsten Gerät eines, das Aufnahmen zunächst auf dem Gerät selbst ablegt. Das verringert die Abhängigkeit von einem einzelnen Dienst.
Rechtslage in Deutschland: Warum Daueraufnahme kritisch ist
In Deutschland ist die Aufnahme des nichtöffentlich gesprochenen Wortes ohne Einwilligung strafbar. Maßgeblich ist § 201 StGB, die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes. Der Strafrahmen reicht bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Der amtliche Wortlaut ist bei dejure.org einsehbar.
Wichtig ist dabei ein Detail, das viele unterschätzen: Die eigene Teilnahme am Gespräch macht eine Aufnahme nicht zulässig. Auch wer selbst mitredet, braucht die Zustimmung der anderen Beteiligten. Ebenso erfasst die Vorschrift das Weitergeben und Abspielen einer solchen Aufnahme.
Für die Praxis folgt daraus eine klare Reihenfolge. Zuerst informieren, dann aufnehmen. Ein Gerät, das dauerhaft und ohne sichtbaren Anlass mitläuft, passt zu dieser Reihenfolge schlecht, weil der Moment der Einwilligung im Alltag untergeht. Geräte mit bewusstem Start pro Gespräch sind hier die sicherere Wahl, sowohl rechtlich als auch im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen.
Bevor Sie aufnehmen, informieren Sie andere und holen Sie deren Einverständnis ein. Vielen Dank, dass Sie die Privatsphäre und lokale Gesetze respektieren.
Für wen sich ein tragbares KI-Notizgerät überhaupt lohnt
Der Nutzen hängt an der Anzahl der Gespräche, die Sie ohnehin führen und später nacharbeiten müssen. Ab etwa drei bis vier Terminen pro Tag rechnet sich ein eigenes Gerät, weil die Nachbereitung sonst am Abend liegen bleibt.
Vier Situationen sprechen für die tragbare Bauform statt für ein Gerät auf dem Tisch:
- Gespräche im Gehen. Flurgespräche, Werksrundgänge und Übergaben lassen sich mit dem Telefon in der Hand kaum festhalten.
- Außendienst und Kundenbesuche. Sie bleiben im Blickkontakt, statt zwischen Notizblock und Gegenüber zu wechseln.
- Praxis, Klinik und Forschung. Beide Hände bleiben frei, die Dokumentation entsteht trotzdem.
- Ideen zwischendurch. Ein Gedanke auf dem Weg zum Termin ist nach zehn Minuten meist wieder weg.
Gegen die Anschaffung spricht der umgekehrte Fall. Wer überwiegend online sitzt, braucht keine Hardware am Revers, sondern eine Aufzeichnung direkt am Rechner. Und wer Telefonate mitschneiden möchte, sollte wissen, dass ein tragbarer Anhänger dafür nicht ausgelegt ist.
Worauf Sie bei einer Alternative achten sollten
Prüfen Sie einen Ersatz an fünf Kriterien, statt nur Preise zu vergleichen.
- Verfügbarkeit und Support in der EU. Deutsche Rechnung, Gewährleistung und ein Dienst, der hier betrieben wird. Genau daran ist das Pendant gescheitert.
- Bewusster Aufnahmestart. Eine Taste, die pro Gespräch gedrückt wird, statt eines Dauerbetriebs im Hintergrund.
- Lokaler Gerätespeicher. Wenn die Aufnahme zuerst auf dem Gerät liegt, verlieren Sie bei einem Dienstwechsel nicht alles.
- Nachweisbare Compliance. DSGVO-Konformität, dazu geprüfte Standards wie ISO 27001 und ISO 27701, statt allgemeiner Sicherheitsversprechen.
- Auswertung in Ihrer Sprache. Deutsche Transkription mit Sprechererkennung und Vorlagen, die zu Ihrem Gesprächstyp passen.
Ein Vergleich reiner Aufnahmequalität greift zu kurz. Entscheidend ist, was nach dem Gespräch passiert und ob das Ergebnis in einem Jahr noch abrufbar ist.
Plaud NotePin S als tragbare Alternative
Wenn Sie die Bauform des Anhängers schätzen, aber ein Gerät brauchen, das in Deutschland erhältlich bleibt, ist der Plaud NotePin S der nächstliegende Ersatz. Er kostet 179,00 € und wird über den deutschen Shop mit zwei Jahren Garantie und 30 Tagen Rückgaberecht geliefert.
Die relevanten Daten im Überblick:
- 17,4 g Gewicht, 51 x 21 x 11 mm, tragbar als Trageband, Armband, Clip oder magnetischer Pin. Alle vier Zubehörteile liegen bei.
- Bis zu 20 Stunden Daueraufnahme, bis zu 40 Tage Standby, 64 GB lokaler Speicher.
- 2 MEMS-Mikrofone mit klarer Sprachaufnahme bis zu 3 Meter, abgestimmt auf das Tragen in Brusthöhe.
- Physische Aufnahmetaste sowie Drücken zum Hervorheben, um wichtige Momente im Gespräch zu markieren.
- Apple Find My, damit Sie das Gerät im Büro oder unterwegs wiederfinden.
Der praktische Unterschied zum Pendant liegt im Ablauf. Sie starten die Aufnahme bewusst pro Gespräch, statt den Tag durchlaufen zu lassen. Das passt zur Rechtslage und macht die Ansage an Ihr Gegenüber zu einem festen Schritt.
Ebenso wichtig ist der Speicherort. Die Aufnahme liegt zunächst auf dem Gerät und wird erst danach zur Auswertung übertragen. Sie behalten damit eine Kopie, die unabhängig von einem einzelnen Konto existiert. Für Online-Besprechungen ergänzt Plaud Desktop den Ablauf und zeichnet direkt am Rechner auf, ohne dass ein Bot dem Termin beitritt.
Die Auswertung übernimmt Plaud Intelligence. Dazu gehören Transkription in 112 Sprachen, automatische Sprecherkennzeichnung und ein eigenes Vokabular. Aus über 10.000 Vorlagen entstehen Zusammenfassungen und Aufgabenlisten, Rückfragen laufen über Ask Plaud. Wie sich die einzelnen Modelle unterscheiden, zeigt der Gerätevergleich.
Zum Datenschutz nennt Plaud geprüfte Standards statt allgemeiner Formulierungen. Die Plattform ist an ISO/IEC 27001 und ISO/IEC 27701 ausgerichtet, unabhängig geprüft nach SOC 2 Type II und mit DSGVO-konformen Schutzmechanismen gebaut. Das Gerät selbst erfüllt die Cybersicherheitsanforderungen nach EN 18031. Details dazu stehen im Vertrauenszentrum.
Zum Umfang: 300 Minuten KI-Transkription pro Monat sind im kostenlosen Starter Plan enthalten. Wer mehr braucht, wechselt zum Plaud Pro Plan mit 1.200 Minuten pro Monat für 110,99 € im Jahr. Der Plaud Unlimited Plan ohne Minutengrenze kostet 224,99 € im Jahr.
Den Wechsel in einem Nachmittag erledigen
Das Limitless Pendant hat gezeigt, dass tragbare KI-Notizgeräte im Arbeitsalltag funktionieren. Es hat ebenso gezeigt, wie schnell ein reiner Cloud-Dienst verschwinden kann. Wer den Ansatz weiter nutzen möchte, sollte deshalb auf lokalen Speicher, einen bewussten Aufnahmestart und belegbare Compliance achten.
Ein sinnvoller nächster Schritt: Notieren Sie die drei Gesprächsarten, die Sie regelmäßig festhalten möchten, und gleichen Sie sie mit der Übersicht der Plaud Geräte ab. Für freihändige Gespräche unterwegs ist der Plaud NotePin S der passende Einstieg.












